Jusos fordern: Wirtschaft und Politik sollen endlich zu ihren Versprechungen stehen und neue Stipendien für Studierende schaffen

Stipendien und Studiengebühren

Die nordhessischen Jusos fordern die Spitzenvertreter der deutschen und hessischen Wirtschaft auf, endlich ihren vollmundigen Ankündigungen Tatsachen folgen zu lassen und in großem Stil neue Stipendien zur Finanzierung des Studiums einzurichten.

Hintergrund der Forderung sind die jüngsten Veröffentlichungen des Deutschen Studentenwerks (DSW). Danach erhalten gerade einmal zwei Prozent der Studierenden in Deutschland ein Stipendium.
63 Prozent der Studierenden finanzieren sich mit eigenem Verdienst das Studium ganz oder teilweise selber, 89 Prozent sind auf Zuwendungen der Eltern angewiesen.

Nach dem Studiengebühren-Urteil des Bundesverfassungsgerichts im vergangenen Jahr, hatte gerade der Präsident des BDI, Jürgen Thumann, angekündigt „große Beträge“ für Stipendien in die Hand zu nehmen.
Damit wollten die Vertreter der deutschen Wirtschaft und von CDU und FDP die angebliche soziale Verträglichkeit von Studiengebühren herstellen.
Doch kaum sind die Studiengebührengesetze in mittlerweile sieben Bundesländern erlassen und werden die ersten Gebühren in Nordrhein-Westfalen kassiert, schon will man beim BDI von seinen Zusagen nichts mehr wissen. Auch in Hessen kann von einer Stipendieninitiative der CDU-Alleinregierung keine Rede sein.
„Wie immer stehlen sich die Konservativen und die Spitzenvertreter der Deutschen Wirtschaft aus ihrer sozialen Verantwortung. Von einer sozialen Abfederung von Studiengebühren kann keine Rede sein. Sie ist auch nie wirklich beabsichtigt worden. Das waren nur Ammenmärchen, um die Einführung von Studiengebühren zu legitimieren“, erklärte Björn Spanknebel, nordhessischer Juso-Bezirksvorsitzender.
Da fordert gerade die Wirtschaft angelsächsische Verhältnisse bei der Exekutierung von Studiengebühren, die in England, Australien und Amerika dann aber üblichen breiteren Stipendiensysteme verweigert man konsequent und weist auf mögliche Kreditprogramme von Banken hin.
Das bezeichnen die Jusos als unredliche Argumentation. Die konsequente Stipendienverweigerung durch die Spitzenvertreter der Deutschen Wirtschaft demaskiert die wahren Handlungsmotive der Studiengebührenbefürworter. In Wahrheit sollen die Studiengebühren die soziale Auslese verstärken und sind daher ein Studienförderprogramm für Reiche.
„Sozial gerecht ist nach Ansicht der Jusos nur ein studiengebührenfreies Studium“, sagte Björn Spanknebel abschließend.

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