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Juso-Verbandstag am 31. August 2019 in Kassel

Wir laden Euch herzlich zu unserem zweiten Juso-Verbandstag am Samstag, den 31. August 2019 ein! Wir haben wieder spannende Arbeitsgruppen für Euch konzipiert und würden uns freuen, Euch zahlreich zu unserem Tagesseminar in Kassel begrüßen zu dürfen! Diesmal wollen wir uns mit folgenden zwei Themen beschäftigen. Zum einen wollen wir einen regionalen Blick auf „Mobilität! werfen und uns zum anderen mit „Rechten und Rechtsradikalen in Europa“ auseinandersetzen. Beide Themen sind aktueller denn je und werden breit diskutiert.Wir wollen unsere eigenen Sichtweisen weiterentwickeln und gemeinsam an progressiven Perspektiven arbeiten. Wir freuen uns auf Euer Kommen und Mitdiskutieren!


Anmeldeschluss für das Seminar ist der 23. August 2019. Zur Anmeldung geht es hier: https://www.jusoshessennord.de/juso-verbandstag/?preview=true

Einladungsflyer Verbandstag am 31.08.2019
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Nord- und Südhessische Jusos fordern Freigabe der NSU Akten

 Nach rechtem Angriff in Wächtersbach

Kassel/Frankfurt am Main: Nur knapp 8 Wochen nach dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten, Dr. Walter Lübcke, hat sich erneut ein rechts-motivierter Angriff in Hessen ereignet. In Wächtersbach wurde ein 26-jähriger Eritreer auf offener Straße aus einem Auto heraus niedergeschossen. Der mutmaßliche Täter handelte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft aus fremdenfeindlichen Motiven.

Die Bezirksvorsitzenden der hessischen Jusos in der SPD, René Petzold (Hessen-Nord) und Natalie Pawlik (Hessen-Süd) verurteilen diese Tat aufs schärfste und fordern die Freigabe der unter 30-Jähriger Sperrfrist verschlossenen Akten zur NSU Affäre.

„Das fremdenfeindliche Verbrechen in Wächtersbach ist kein Einzelereignis. Deutschland hat schon seit langem ein Problem mit rechtsradikaler Gewalt und diese Gewalt nimmt zu. Die schwarz-grüne Landesregierung kann jetzt nicht einfach wieder zur Tagesordnung zurückkehren. Wir brauchen ein offensives Vorgehen gegen die rechtsextreme Szene in Hessen. Dazu gehört auch die sofortige Offenlegung aller Akten zum NSU-Komplex“, betonen Petzold und Pawlik.

„Spätestens die Taten des NSU haben bewiesen, wie militant die Szene agiert. Im Fall Walter Lübke ist der Täter ein Mitglied von „Combat 18“, dem bewaffneten Zweig des internationalen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour”. Schon der NSU habe nachweislich finanzielle Unterstützung von „Blood and Honour” erhalten“, erklärte der nordhessische Juso-Vorsitzende René Petzold.

„Auch die Region aus welcher der jetzige Täter stammt hat braune Flecken“, ergänzt die Bezirksvorsitzende der Jusos Hessen-Süd, Natalie Pawlik. So stamme der verurteilte Carsten M., Mitbegründer der rassistischen „Aryans“, aus dem Main-Kinzig-Kreis. Außerdem sei laut Verfassungsschutz auch die Gruppierung „Freier Widerstand Hessen“ aus diesem Gebiet heraus gegründet worden. Die Neonazistrukturen müssen aufgedeckt und zerschlagen werden, dafür braucht es die Offenlegung aller relevanten NSU-Akten.“

Petzold führt weiter aus: „Die jetzt ausgeübte Gewalt zeigt, dass rassistische Taten kein Einzelereignis sind, sondern zunehmen. Täter stacheln sich gegenseitig an und sogenannte Schläfer, wie Stefan Ernst, die meist in den 90er Jahren sehr aktiv in der rechtsextremen Szene waren, „erwachen“ nun und stellen somit ein enormes Risiko dar“.

„Rechte Burschenschaften mit besten Beziehungen zu der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung und Hetze auf sozialen Netzwerken würden auch in Hessen einen Nährboden für rechtsextremistisches Gedankengut schaffen und der dort verbreitete Hass führt zu Gewalt“, so Pawlik und Petzold.

Die Vorsitzenden der beiden Juso-Bezirke Hessen-Nord und Hessen-Süd erklären abschließend:

„Rechte Gewalt ist nicht nur ein Angriff auf einzelne, sondern ein Angriff auf unsere Gesellschaft. Für die Jusos aus Nord- und Südhessen ist klar, dass wir uns in jeglichen Situationen rechter Gewalt, Rassismus und Antisemitismus entgegenstellen und für eine menschliche, offene und freie Gesellschaft einstehen, in Hessen und überall“.

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Jusos Hessen-Nord fordern Kampf gegen Rechtsextremismus

Kassel: Nach dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten, Walter Lübcke, hat nunmehr die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Nach Auffassung der Ermittlerinnen und Ermittler handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter, der den CDU-Politiker erschoss, um einen bekannten Neonazi aus Kassel. Der Bezirksvorsitzende der Jusos Hessen-Nord, René Petzold, erklärt hierzu:

„Die Nachricht vom Tod Walter Lübckes war ein Schock für mich. Im Namen der Jusos Hessen-Nord kann ich der Familie und den Angehörigen nur mein tief empfundenes Beileid aussprechen. Dass nun allem Anschein nach ein feiges Attentat zum Tod des Regierungspräsidenten führte, macht mich fassungslos. Er ist ein weiterer Name auf der traurigen Liste derer, die rechtsextremem Morden in den letzten drei Jahrzehnten zum Opfer fielen. Das Problem ist leider nicht neu. Die Existenz von schwarzen Listen, auf denen meist linke Politikerinnen und Politiker zum Abschuss freigegeben werden, ist kein Mythos. Diese Todeslisten existieren. Und sie sind eine Gefahr für all jene, die sich antifaschistisch engagieren.”

Laut Petzold hat Deutschland schon seit langem ein Problem mit rechtsradikaler Gewalt. Spätestens die Taten des NSU hätten bewiesen, wie militant die Szene agiere. Im vorliegenden Fall sei der Täter ein Mitglied von „Combat 18” gewesen, dem bewaffneten Zweig des internationalen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour”.

„Schon der NSU erhielt nachweislich finanzielle Unterstützung von „Blood and Honour”. Es drängt sich daher der Verdacht auf, dass wir es auch in diesem Fall mit einem rechten Terrornetzwerk zu tun haben.”, so Petzold weiter.

Auch der nordhessische SPD-Vorsitzendende und Bundestagsabgeordnete, Timon Gremmels, hatte sich zum Fall geäußert. Er sagte, dass es nicht sein dürfe, dass „Demokraten im Kampf gegen Rechtsextremismus jetzt aus Angst selbst ins Fadenkreuz zu geraten verstummen.”

René Petzold ergänzt hierzu: „Timon Gremmels hat mit seiner Forderung nach einem couragierten Aufstehen gegen Rechtsextremismus selbstverständlich recht. Gerade jetzt ist es wichtig, laut zu sein und zu verhindern, dass die Kräfte am rechten Rand ungestört Angst verbreiten können.”

Zur Rolle der AfD sagt Petzold: „Schon kurz nach dem Tod von Walter Lübcke wurden Kommentare von AfD-Anhängerinnen und Anhängern sowie AfD-Facebookseiten öffentlich, die sich hämisch über den Tod des Politikers ausließen. Klar ist: Die AfD ist Teil des rechtsextremen Problems. Sie spornen durch ihre Rhetorik Menschen zu Gewalttaten an und feiern, wie im aktuellen Fall, den Mord an Demokraten. Die AfD darf deshalb niemals Partner einer demokratischen Partei sein.”

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Geordnetes Rückkehr-Gesetz aus Sicht der Jusos nicht zustimmungsfähig

Kassel/Berlin: Auf der Tagesordnung des Deutschen Bundestags steht am heutigen Freitag, dem 07.06.2019 ab 09:20 Uhr, das unter anderen in einem Gesetzespaket von CSU-Innenminister Seehofer eingereichte sogenannte „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“. Es muss mit einer Annahme durch die Stimmen der Koalitionsfraktionen SPD, CDU und CSU gerechnet werden.

Hierzu erklärt der Bezirksvorsitzende der Jusos Hessen-Nord, René Petzold: „Der Gesetzesvorschlag des Innenministeriums weißt in seiner Handschrift eine erneute Anbiederung von CDU/CSU an ein Wählerklientel auf, welches offen für rechtspopulistische Agitation ist. Insbesondere der erste Entwurf des Gesetzes war ein Musterbeispiel für die Law and Order Politik der Union. Insofern ist uns als Jusos bewusst, dass die Regierungsarbeit der SPD zu einer Entschärfung des Gesetzes geführt hat. Das sind großartige Verhandlungserfolge, für sozialdemokratische Inhalte aber leider noch nicht genug.“

Trotzdem sei das Gesetz aus sozialdemokratischer Sicht in dieser Form nicht zustimmungsfähig, so Petzold weiter. Es bedeute unter anderem eine Verwässerung des Trennungsgebots zwischen Strafhaft und Abschiebehaft sowie einen Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung unter Umständen auch ohne richterlichen Beschluss.

Hanna Reichhardt, kooptiertes nordhessisches Mitglied im Juso-Bundesvorstand, erklärt weiter: „Bis zuletzt haben wir Jusos gemeinsam mit weiteren Arbeitsgemeinschaften unserer Partei umfänglich versucht mit Argumenten gegen das Gesetz zu überzeugen. Leider zeichnet sich trotzdem eine breite Zustimmung ab. Wir bedauern dies sehr und versprechen, auch weiterhin gegen Einschränkungen des Asylrechts einzustehen.“

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Pressemitteilung

Wir sind überzeugt, dass eine gerechte Gesellschaft möglich ist in der Eigentum kein Selbstzweck ist, sondern zum Wohle aller genutzt wird“

Jusos Hessen-Nord solidarisieren sich mit Kapitalismuskritik Kevin Kühnerts

Kassel, 5.05.2019: Seitdem am 1. Mai das Interview mit Kevin Kühnert in der Zeit erschien, ist eine hitzige Debatte über die Aussagen des Juso-Bundesvorsitzenden entbrannt. Er hatte eine klare Kritik an der voranschreitenden Macht der kapitalistischen Wirtschaftsstrukturen in immer mehr Lebensbereichen artikuliert und eine offene Debatte zu diesem Thema innerhalb, wie auch außerhalb der SPD gefordert.

Der Bezirksvorsitzende der Jusos Hessen-Nord, René Petzold (24 Jahre), erklärt dazu:

„Wir Jusos verstehen uns nicht nur als reine Parteijugendorganisation der SPD, sondern auch als eigenständiger, linker Richtungsverband, der sich klar zum „Demokratischen Sozialismus“ bekennt. Nicht umsonst geben wir uns selbst den Namen Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD. Wir meinen das ernst. Insofern stellen wir uns in der aktuellen Debatte hinter unseren Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert.“ Dazu gehöre laut Petzold auch das Nachdenken über eine Wirtschaftsordnung, die den Menschen in Deutschland diene und nicht andersherum. In zu vielen Bereichen spiele der Profit eine größere Rolle, als das Wohlergehen der Bevölkerung. Als Beispiel führt der nordhessische Juso-Vorsitzende die voranschreitende Privatisierung von Krankenhäusern an. Die Gesundheitsversorgung dürfe nicht ausschließlich mit dem Ziel betrieben werden, Geld zu verdienen. Dies sei auch unter dem Gesichtspunkt der Bezahlung von Pflegekräften relevant. „In einer gerechten Gesellschaft sind die Kliniken in staatlicher Hand, bezahlen ihre Angestellten besser als momentan und sind an erster Stelle der Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten und erst dann dem wirtschaftlichen Gewinn verpflichtet“, so Petzold weiter.

Gerade im ländlichen Raum spiele auch die Versorgung mit flächendeckendem Zugang zu schnellem Internet eine wichtige Rolle. René Petzold erklärt hierzu: „Mit der CDU gilt: „5G brauchen wir nicht an jeder Milchkanne.“ Die SPD muss klar machen, dass es bei gleichwertigem Leben in Stadt und Land auch darum geht, überall einen Zugang zu schnellem Internet zu haben. Davon darf auch der ländliche Raum selbstverständlich nicht ausgenommen werden. Kleine Dörfer anzuschließen ist für Telekommunikationsunternehmen häufig aber schlichtweg nicht profitabel. Auch hier ist der Staat gefragt. Nicht alles lässt sich ohne weiteres durch den Markt lösen.“ Schaue man sich die Äußerungen Kühnerts im Interview in der Zeit genau an, so werde schnell deutlich, dass er an keiner Stelle eine Forderung aufstelle. Er skizziere lediglich seine Idee eines Demokratischen Sozialismus, in dem all das, was das Leben der Menschen bestimme auch in der Hand der Gesellschaft sein und demokratisch von ihr kontrolliert werden solle. „Die Betonung liegt hierbei innerhalb unseres Verbandes auf ‚demokratisch‘. Damit grenzen wir uns explizit von den Erfahrungen von autoritär geführten real existierenden sozialistischen Staaten ab. Eine gleichberechtigte und demokratische Teilhabe aller Menschen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, an allen Prozessen innerhalb von Unternehmen, Produktionsprozessen und natürlich auch an der Verteilung von Profiten, ist für uns die Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaft für alle.“ Für die SPD wünscht sich Petzold eine offene Debatte über das Thema: „Anstatt plump einen Parteiausschluss Kevins zu fordern, sollten wir über Gerechtigkeitsfragen sprechen. Als Jusos beanspruchen wir nicht, dass unsere Beschlüsse und Ideen das Allheilmittel sind. Wir sind aber überzeugt, dass eine gerechte Gesellschaft möglich ist, in der Eigentum kein Selbstzweck ist, sondern zum Wohle aller genutzt wird.“

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