(PM, Juso-Landesverband Hessen) Der heute veröffentlichte Demographie-Atlas für Hessen beunruhigt die hessischen Jungsozialisten. Bis 2050 wird sich laut dieser die Einwohnerzahl in Hessen um 8,7% reduzieren. Im Regierungsbezirks Kassel wird eine Abnahme von 23,7% und im mittelhessischen Regierungsbezirk Gießen von 17,2% vorhergesagt. Am härtesten wird es den Werra-Meißner-Kreis treffen. Bis 2050 soll sich die Einwohnerzahl um 41,1% reduzieren. Die hessischen Jusos fordern die zukünftige Regierung zum Handeln auf. Die ersten im Koalitionsvertrag verankerten Maßnahmen weisen ihrer Meinung nach in die falsche Richtung.

„Die demographische Entwicklung in Nord- und Mittelhessen stellt die Politik vor großen Herausforderungen. Ganzen Landstrichen droht die Verödung. Die Landesregierung muss handeln! Sie muss zum einen dafür Sorge tragen, dass der sich abzeichnenden demographischen Entwicklung entgegen gearbeitet wird sowie die staatliche und kommunale Versorgung in den betreffenden Landkreisen sicherstellen. Bei beiden Punkten sehen wir im schwarz-grünen Koalitionsvertrag keine Ideen. Jetzt muss schwarz-grün zeigen, ob sie außer netten Schlagzeilen auch wirklich Politik gestalten können. Wir sind mehr als skeptisch und sorgen uns um die Zukunft des ländlichen Raums.“, sagt der hessische Juso-Landesvorsitzender Pascal Barthel.

Die Jungsozialisten im Norden des Bundeslandes setzen sich für eine aktive Demographiepolitik ein. Der Koalitionsvertrag von CDU und Grünen ist in diesem Bereich reichlich schwammig. „ Die beiden Koalitionäre wollen den Demographischen Wandel als Chance wahrnehmen. Wie und in welcher Weise ist nicht in dem Vertragswerk zu lesen. Ressortübergreifend soll in Modellregionen die Daseinsfürsorge gesichert werden, der Arbeitsmarkt weiterentwickelt werden und Hessen ein Familienfreundliches Land bleiben. Wer konkreteres sucht, Fehlanzeige. Mit diesen Ideen wird der demographische Wandel in Nordhessen nicht begegnet werden können.“ so der nordhessische Juso-Vorsitzende Oliver Schmolinski.

Auch im restlichen Koalitionsvertrag wird eine Politik festgeschrieben, die nicht auf die nordhessischen Probleme eingeht. „Nachdem die Grünen bei KiFöG (Kinderförderungsgesetz) umgefallen sind, wird die Politik gegen den ländlichen Raum weiter fortgesetzt. Statt öffentlicher Daseinsfürsorge zählt weiter das kurzfristige ökonomische Interesse. Das ist nicht familienfreundlich und verschärft den Demographischen Wandel weiter“ erklären Barthel und Schmolinski.

Die Jusos kämpfen für eine Politik, die an dem Demographischen Wandel ausgerichtet ist. So fordern sie einen umfassenden ÖPNV, wohnortnahe Bildungsstätten und gut ausfinanzierte und somit attraktive Kommunen.